Da draußen brauchen sie mich jetzt, die Situation wird unterschätzt und vielleicht hängt unser Leben davon ab … ich muss jetzt los, sonst gibt’s die große Katastrophe

Tim Bendzko

Wie viele, aber viel zu wenig Menschen, hat das der junge Tim schon 2014 erkannt. Seither ist aber nichts Weltbewegendes geschehen. Mittlerweile geht es, denke ich, nicht mehr um Rettung, sondern nur mehr um Schadensbegrenzung. Das Unvermeidliche hinauszögern, mehr bleibt uns nicht!

Wir sind einfach zu viele. Der weltweite durchschnittliche CO₂-Verbrauch liegt laut WWF derzeit bei 6,41 Tonnen pro Person. Doch selbst dieser im Vergleich geringe Wert ist noch um 50 % zu hoch für eine Erde. In Deutschland liegt der durchschnittliche CO₂-Fußabdruck bei 12,37 Tonnen.

Das bedeutet, dass jeder Mensch nur 4,16 Tonnen CO₂ pro Jahr produzieren dürfte. Das ist ohne Weltkrieg oder einem Gamma-Virus nicht möglich.

Energiesparen ist Familiensache

Angesicht dieser, zugegeben recht simplen Rechnung liegt vielen ein „Is eh scho egal“ auf der Zunge. Oder? Aber hier kommt, für mich, die Familie ins Spiel. Und zumindest für diese bin ich mitverantwortlich! Also bin ich meiner bald 34-jährigen Tochter eine, noch etwa 50 Jahre lebenswerte Erde schuldig. Aber zumindest mein Möglichstes zu versuchen. Andererseits muss sich aber ihre Generation überlegen, ob eigene Kinder ein Muss für eine Familie sind.

CO₂-Fußabdruck verkleinern

… Bedeutet nicht unbedingt die Lebensqualität zu reduzieren. So einfach wie möglich, aber nicht einfacher, sagte mal ein weiser Mensch. Man kann durchaus bei 19 Grad gemütlich wohnen, aber halt nicht nur mit Boxershorts bekleidet. Meine Wäsche muss nicht chirurgisch sauber sein und nach Frühling duften. Es ist auch weder medizinisch noch hygienisch bedenklich, in der Winterzeit nur jeden zweiten Tag zu duschen. Natürlich außer bei reger körperlicher Tätigkeit. Übrigens ist Schweiß wasserlöslich, ist also auch ohne Seife abwaschbar.

Laut Statista ist mein CO₂-Fußabdruck von 12,54 Tonnen/Jahr (berechnet mit WWF Klimarechner) auf dem Niveau von 1965. Das bedeutet, ich gebe mir bereits Mühe.

Anders sieht die Sache jedoch nach dem Vergleich pro Kopf aus. Dabei liegen Österreich und Deutschland mit rund 7 Tonnen genau in der Mitte. Da der pro Kopf Verbrauch den persönlichen Lebensstandard widerspiegelt, liegen die dekadenten Arschlöcher aus Katar mit 34 Tonnen an der Spitze. Das Lebensqualität und kleiner(er) CO₂-Fußabdruck trotzdem funktioniert, zeigt sich an den Schweizern mit nur 4,16 Tonnen.

Urlaub mit gutem Gewissen

Nach vier Jahren ohne Auslandsaufenthalt gönne ich mir heuer einen einwöchigen Segeltörn in Kroatien. Die Anreise erfolgt mit Mitfahrer im eigenen KFZ und beträgt rund 550 Kilometer. Und sechs Mann(!) auf einem Segelboot haben den CO₂-Fußabdruck eines Neandertalers. 😎

Liebe Grüße und bleibts gsund!

Titelbild by Gerd Altmann from Pixabay

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